Amazons jährliche Gebührenankündigungen für 2026 weisen in zwei Richtungen. In Europa bezeichnete Amazon das Update als eine seiner größten Gebührensenkungen überhaupt: niedrigere FBA-Paketgebühren im Vereinigten Königreich, in Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien ab dem 15. Dezember 2025 sowie niedrigere Verkaufsgebühren in mehreren Kategorien, darunter Haushaltsprodukte mit einem Preis bis einschließlich 20 £/20 €, ab dem 5. Januar 2026. In den USA bleiben die Verkaufsgebühren unverändert, während die FBA-Gebühren ab dem 15. Januar 2026 um durchschnittlich etwa 0,08 $ pro Einheit steigen.
Warum der Durchschnitt nicht Ihre Zahl ist
Eine durchschnittliche Veränderung pro Einheit ist eine Portfolio-Kennzahl. Für jedes einzelne Produkt hängt der Effekt von Größenklasse, Gewicht, Preisband und Kategorie ab. Ein günstiger, leichter Artikel kann in eine billigere Stufe rutschen, ein sperriger Artikel in die andere Richtung. Auch Europa ist nicht einheitlich: Amazon kombinierte die Senkungen mit gezielten Erhöhungen der Lager-, Rücksende- und Liquidationsgebühren sowie mit leichten Erhöhungen der Versandgebühren in den Niederlanden, Schweden, Belgien, Irland und Polen.
Wie wir das Modell neu aufbauen
- Je Produkt, je Markt. Wir berechnen den Deckungsbeitrag für jedes aktive Produkt auf jedem Marktplatz neu – mit den neuen Gebührentabellen statt mit den Durchschnittswerten des Vorjahres.
- Zuerst die Preisbänder. Wo sich ein Verkaufsgebührensatz nun bei 20 £/20 € ändert, prüfen wir, welche Produkte knapp über der Schwelle liegen und ob eine kleine Preisänderung sie in ein günstigeres Band bringt.
- Werbelimits folgen der Marge. Die Break-even-Werbekosten leiten sich aus der neuen Marge ab, daher ändern sich die Gebotsobergrenzen, wenn sich die Gebühren ändern.
- Lagerung und Retouren. Niedrigere Versandgebühren können durch höhere Lager- oder Rücksendekosten aufgezehrt werden. Langsamdreher sehen wir uns am genauesten an.
Was das für die Marken bedeutet, mit denen wir arbeiten
Für den Großteil unseres Verpackungssortiments verbessern die Änderungen in Europa die Stückkostenrechnung. Das schafft dort Spielraum für Investitionen in Werbung und Sortimentsbreite. In den USA fällt die Erhöhung moderat aus, kommt aber in einem Jahr, in dem sich auch die Einstandskosten bewegen. Wir behandeln sie daher als einen Faktor einer umfassenderen Preisprüfung und nicht als eigenständigen Grund für Preiserhöhungen.
